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Die Kirche von Deutschsanktmichael

(Quellen: 3, 6) 

 

Die katholische Kirche von Zillasch ist dem Hl. Erzengel Raphael geweiht.

1807 stiftet Graf von Rauth seiner Ansiedlung eine Kapelle. 20 Jahre später wird die erste schlichte Kirche gebaut. Dieses Gotteshaus, aus Lehm gestampft, mit Stroh gedeckt und ohne Turm brennt 1891 sturmbedingt ab.

 1895 wird die heutige Kirche im neugotischen Stil fertig gestellt, ebenso das gegenüberliegende Pfarrhaus.
Der Altar der Kirche von Deutschsanktmichael wurde 1896 bei dem Altarbauer Nándor (Ferdinand) Stuflesser aus dem Grödner Tal in Tirol bestellt und im gleichen Jahr zu Weihnachten geweiht. Die Nachfahren des Altarbauers führen heute noch das namhafte Erbe der Holzschnitzer Kunst unter der "Ferdinand Stuflesser 1875 OHG" weiter, siehe auch unter www.stuflesser.com.
Im Zentrum des Altars steht Raphael als Pilger mit Wanderstab. Er begleitet Tobias auf seiner Reise und weist auf die heilenden Innereien des Fisches hin, den Tobias gefangen hat. In diesem Sinne ist Raphael nicht nur der Engel, der Wunden heilt, sondern auch der Schutzpatron der Reisenden. "Raphael" wurde in der katholischen Kirche von 1924 bis 1969 am 24. Oktober gefeiert. Die Zillascher Kerwei, das Kirchweihfest von Deutschsanktmichael fiel darauf hin auf den 1. Sonntag im November.
Die Orgel, ein Instrument des Orgelbauers János Soukenik aus Szeged wurde aus dem alten Gotteshaus übernommen. Nachdem die Orgel nicht mehr vernünftig renoviert werden konnte, wurde sie anfang des 20. Jahrhunderts verkauft und durch ein Harmonium ersetzt.

1956 zerstört ein Sturm den Spitzturm. Seither hat der Turm das bekannte Walmdach.

1975
wurde die katholische Kirche zu Deutschsanktmichael aufwendig renoviert. Zillasch wurde damals über die Pfarrei Freidorf und Domherrn Dr. Johann Heber als Filiale mit betreut.
Leider wurden im Zuge dieser Umgestaltung die ehemals prächtigen Wand- und Deckenmalereien nach dem Vorbild der Freidorfer Pfarrkirche übermalt.
Seit 1969 wurde in der katholischen Kirche Raphael nicht mehr am 24. Oktober, sondern am 29. September zum „Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Rafael“ gefeiert. Alle drei Heiligen haben jeweils die Silbe "El" in ihrem Namen, also "Gott" hergeleitet vom hebräischen Elohim. Im Einzelnen bedeutet dies:

  • Michael - ist wie Gott, stürzt den Widersacher Gottes in den Abgrund.
  • Gabriel: kündet die Geburt Johannes des Täufers und die Geburt Jesu an.
  • Raphael: "Gott heilt" - er ist Begleiter des Tobias und heilt diesen von seiner Erblindung.
Diese dreifache Verehrung mag wohl der Grund gewesen sein, dass die Blindfenster im Altarraum ergänzend zur Altarfigur Raphael seit 1975 die Erzengel Gabriel und Michael darstellen. Die kunstfertige Ausmalung über der Sakristei und auf der gegenüberliegenden Seite stammt von Anna Schmitz (verh. Sänger).
Links, direkt neben dem Eingang wurde in einem gesonderten Raum in der Karwoche immer das hl. Grab aufgebaut. Dieser Raum war sonst verschlossen und auf Grund der Türen mit dunklem Glas für uns Kinder immer geheimnisvoll. Im Zuge der Renovierungen wurde im Jahre 1975 der Raum als Gedenkstätte für die 39 im 2. Weltkrieg Vermissten und Gefallenen sowie für die 9 Opfer der darauf folgenden Russlanddeportation gestaltet. Das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges ist auf dem Zillascher Friedhof. 

Im Sommer 1980 habe ich Herrn Domherr Dr. Johann Heber die Frage nach der Kirchenchronik von Deutschsanktmichael gestellt. Zillasch war damals immer noch eine Filialgemeinde der Pfarre Freidorf und Pfarrer Heber der Freidorfer Pfarrherr. Unsere Familie ist 1969 von Zillasch nach Freidorf umgezogen, und ich stand seitdem durch das Orgelspiel und den Kirchenchor aber auch auf Grund meines Interesses an guter Literatur aus der Pfarrbibliothek in regelmäßigem Kontakt mit dem Geistlichen und meiner Lehrerin, der Freidorfer Organistin Gertrud Sklenarik. Pfarrer Heber hatte eine besondere Affinität zu Zillasch, stand er doch nach dem Tode von Pfarrer Haubenreich vor der Entscheidung, gegebenenfalls Zillasch als Pfarrei zu übernehmen anstatt Freidorf. Die Diskussion um gemeinsame Vorfahren ergänzte das beiderseitige gemeinsame Interesse.

Nach der ersten Einsicht 1980 in die Kirchenchronik gab es eine weitere Möglichkeit 1981, als mein Vetter aus Deutschland die wenigen Seiten der Chronik in Freidorf fotografierte. Die Liste der römisch-katholischen Ortsgeistlichen habe ich damals unter Mithilfe von Pfarrer Heber wie folgt aufgezeichnet: 

1819 Daniel Marczell
1822 Wurum Ferencz
1827 Betreuung durch Sackelhausen 
1833 Zagrodczky Jozsef 
1842 Peterffy Karoly 
1847 Pichler Jozsef  
1854 Schmutz Denes 
1855 Stenczer Jozsef 
1874 Wieselmayer Gyula 
1891 Schloßer Matyas 

Soweit die Aufzeichnungen der Chronik.

1891 Demele Ferencz
1892 Prieszter Agoston 
1893 Boldizsar Ferencz
1895 Schloßer Matyas
1912 Horvath Lenard
1912 Urban Janos 
1937 Spanlang György
1948 Josef Haubenreich
1961 Franz Kräuter aus Temeswar IV          



Danach folgten:

1963 Franz Hönig (Temeswar, Fabrikstadt)
1974 Dr. Johann Heber und Jozsef Hajdu (Freidorf)
1982 Pater Lucas Michael Jäger (Temeswar, Elisabethstadt)
1989 Johann Dirschl (Freidorf)
2009 Laszlo Wonerth (Freidorf)

Mit dem Exodus der donauschwäbischen Bevölkerung wird das ehemalige katholische Pfarrhaus nach Jahren der Zweckentfremdung als Post, 'Dispensar', 'Camin' und 'Matt' Wohnung für den ersten orthodoxen, rumänischen Pfarrer in Zillasch und 1986 zur rumänisch-orthodoxe Kapelle 'Adormirea Maicii Domnului' (Mariä Himmelfahrt). Ein zusätzlicher Glockenstuhl wird vor das Haus gebaut. 

Der orthodoxe Pope ist heute Nicolae Ortican. Darüber hinaus haben weitere Freichristliche Gemeinden fruchtbarenn Boden in Zillasch gefunden.

Am 7. Juni 2009 wird auch die Kirche vom römisch-katholischen Bistum Temeswar aufgegeben und an die rumänisch-orthodoxe Gemeinde übergeben. Der Großteil des Inventars, wie z. B. der Altar, die Kirchenbänke u.a.m. blieb im Gotteshaus, das Harmonium hat andere Besitzer gefunden.

Heute ist das Kirchengebäude baulich in einem erbärmlichen Zustand, jedoch es wurden bereits einige Arbeiten und bauliche Veränderungen z. B. am Turm vorgenommen. Das eine oder andere in den Medien verfügbare Video von der 'Ruga' (rumänische Kirchweih) gibt Einblicke in das heutige Gotteshaus. Vor der Kirche steht ein neues, großes Holzkreuz als sichtbares Zeichen des orthodoxen Glaubens. Links davon steht immer noch das von Katharina und Josef Holz 1896 gestiftete. Leider fehlt an diesem seit der Beschädigung Ende des letzten Jahrhunderts das Kreuz. Die orthodoxe Kirchengemeinde hat das aus katholischer Zeit verbliebene Zeichen liebevoll gepflegt und zwischen beiden Kreuzen Blumen gepflanzt.

info@deutschsanktmichael.de